Spielend lernen auf dem Recyclinghof

Einblick in das neue Lehrmittel «Logbuch 1-2»

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«Logbuch» gibt es ab dem Schuljahr 2026/27 auch für die 1. und 2. Klasse der Primarschule. Das Lehrmittel, das derzeit vom LMVZ entwickelt wird, nimmt Schülerinnen und Schüler mit auf eine gesellschaftswissenschaftliche Lernreise.

«Achtung, hier kommen noch drei Aludosen!», ruft der Zweitklässler Noah und will sie gerade in den Eimer für allgemeinen Abfall werfen. Am improvisierten Empfangsschalter sitzt Lina und erklärt: «Alu kommt in den Container ganz links. Das kann man wiederverwerten.» 

So etwa könnte sich eine Szene des Recyclinghofrollenspiels aus dem Themenheft «Umwelt» von «Logbuch 1–2» abspielen. Die Kinder bringen als Kundinnen und Kunden Abfall oder beraten als Mitarbeitende, wie man das Material sammelt und sortiert. «Wir spielen Recyclinghof» ist eine der zahlreichen Lernaufgaben und zeigt exemplarisch auf, wie das neue Lehrmittel für die 1. und 2. Klasse der Primarstufe kindgerechtes, spielerisches und handlungsorientiertes Lernen – als wesentliches Merkmal des «Logbuch 1–2»-Konzepts – fördert.

Unterrichtskonzept mit Klassenunterricht und Lernangeboten

«Logbuch 1–2» deckt für die 1. und 2. Primarstufe die Kompetenzbereiche 6 bis 10 im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) ab und fördert die Schülerinnen und Schüler beim geschichtlichen, geografischen, wirtschaftlichen und politischen Lernen. Das Unterrichtskonzept ist zweigeteilt: Die offenen Lernangebote, bei denen die Kinder individuell und interessengeleitet auswählen können, wo sie sich vertiefen wollen, ergänzen den geführten 
Klassenunterricht, der rund zwei Drittel der Unterrichtszeit einnimmt und sich auf gemeinsame Lerngegenstände konzentriert.

Was ist gleich wie bei «Logbuch 3–6»?

Wie bereits «Logbuch 3–6» für den 2. Zyklus entwickelt der LMVZ auch das anschlussfähige «Logbuch 1–2» in Zusammenarbeit mit der PH Luzern. Bewährte Elemente wie die Auftaktseiten werden übernommen. «Diese bieten den Schülerinnen und Schülern einen ersten visuellen Zugang zum Thema, machen ‹gluschtig› und dienen als Gedankengerüst und Orientierungshilfe für den weiteren Unterrichtsverlauf», erklärt Co-Projektleiterin Martina Hupfer. Zudem unterstützen die Seiten die Lehrperson dabei, das Vorwissen der Klasse zu aktivieren. Auch tragen wiederkehrende Elemente wie zum Beispiel das Üben einer fachspezifischen Methode wie Planlesen zur Kohärenz bei.

 

Neues Wissen ins Spiel bringen

Ebenfalls beibehalten wurde die Verbindung von Print und Digital. Bei «Logbuch 1–2» nutzen die Schülerinnen und Schüler die Lernplattform im Rahmen der Lernangebote, um sich über Ton und Bild selbstständig Wissen anzueignen. «Beim Rollenspiel ‹Recyclinghof› können die Kinder zum Beispiel zusätzliche Informationen über Alu-Recycling oder Kompostieren abrufen und den neuen Wortschatz gleich anwenden», sagt Co-Projektleiter René Schär. Dies geschehe auf Anregung der Lehrperson, die die Lernangebote jeweils auch sprachlich moderiere. 

Neue Erkundungen und Ohrwürmer

Doch es gibt auch Unterschiede: Die Themen in «Logbuch 1–2» sind ohne Progression angelegt und können in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden. Zudem kommen die Themenhefte mit wenig Text und dafür umso mehr Illustrationen aus, und die digitalen Inhalte sind bewusst schlanker gehalten. «Ein neues Kernelement ist auch die Erkundung des Nahraums – stets aus einer bestimmten Perspektive, etwa historisch, geografisch oder wirtschaftlich», erklärt Co-Projektleiterin Martina Hupfer. 

Wenig Worte, anspruchsvoller Inhalt

Dass «Logbuch 1–2» neue Wege geht, zeigt bereits ein erster Blick in die Themenhefte: Diese orientieren sich in der Gestaltung eher an einem Kindermagazin als an einem herkömmlichen Lehrmittel und kommen mit wenig Sprache aus. Umso wichtiger sind die Illustrationen und Bilder, die Inhalte und Lerngegenstände darstellen, was stark zum Entdecken, Diskutieren und Arbeiten anregt. «Wir trauen den Kindern so einiges zu auf ihrer Reise durch Räume, Zeiten und Gesellschaften», sagt Martina Hupfer. Es gibt viel zu entdecken – nicht nur auf dem Recyclinghof.

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