Print und Digital vereint: zu Besuch im Englischunterricht

Einblick in das neue Englischlehrmittel «Reach Out»

Drei Jugendliche im Klassenzimmer

«Reach Out», das neue Englischlehrmittel für die Sekundarstufe, kombiniert gezielt die Stärken des analogen und digitalen Lernens. In der Erprobungsklasse in Dietikon erfahren wir, wie das im Schulalltag funktioniert.

Ein düsterer Donnerstagmorgen, über Dietikon hängt der Nebel, und der Pausenplatz des Schulhauses Luberzen ist nass vom Regen. Im Schulzimmer 11, im obersten Stock des Gebäudes, ist die Stimmung ungleich freundlicher. 21 Jugendliche betreten fröhlich schnatternd den Raum mit den grossen Fensterfronten, reichen Lehrerin Claudia Müller und den Gästen vom Lehrmittelverlag die Hände und setzen sich an die Tische.

Es herrscht eine gelöste Atmosphäre, und es is sofort spürbar, dass hier eine Klasse zusammenkommt, die untereinander und mit der Lehrerin harmoniert. Dieser Eindruck bestätigt sich während der folgenden zwei Englischlektionen: Die Sek-B-Klasse ist engagiert und beteiligt sich überaus aktiv am Unterricht.

Ein hybrides Lehrmittel

Die Lehrerin lässt die Jugendlichen ihre Lernbücher hervorholen. Eine Schülerin liest die Lernziele aus dem Student’s Book vor, danach gibt Claudia Müller einen Ausblick auf die Abschlussaufgabe: Die Jugendlichen werden eine Audiotour durch ihr eigenes Haus aufnehmen.

Damit sind wir bereits bei der Besonderheit von «Reach Out»: Das Englischlehrmittel für die Sekundarstufe kombiniert gezielt gedruckte und digitale Elemente. Diese ergänzen sich nicht nur, sondern greifen ineinander: Das gedruckte Student’s Book wird ebenso benötigt wie die digitale Fassung, um durch die Units zu navigieren. Print und Digital sind bewusst miteinander verzahnt – zusammen ergeben sie ein modernes, hybrides Lehrmittel.

Motivation durch interaktive Elemente

«Wenn ich ohne Computer mit den Jugendlichen arbeite, kann ich besser auf sie eingehen, ihre Stimmung spüren und berücksichtigen», berichtet die Lehrerin. «Dieser Kontakt leidet bisweilen, wenn alle hinter Bildschirmen verschwinden.» Mit ein Grund, weshalb sie es schätzt, dass «Reach Out» auch auf Print setzt.

Gleichzeitig betont sie, dass die Schülerinnen und Schüler dank der digitalen Teile sehr motiviert mit «Reach Out» arbeiten. Die interaktiven und kreativen Elemente beleben den Unterricht und geben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich Wissen auf verschiedene Arten anzueignen.

 

Arbeiten im digitalen Student’s Book

Mittlerweile sind alle im digitalen Student’s Book angekommen und starten mit der ersten Aufgabe: Verschiedene Räume und ihre Einrichtungen sollen mit Sternen bewertet werden. Konzentriert widmet sich die Klasse dieser Aufgabe. Im Anschluss diskutieren die Jugendlichen im Tandem und später im Plenum, was ihnen an den Räumen gefällt und was nicht. «My head hurts when it is so messy», erläutert ein Junge, und ein Mädchen wirft lachend ein: «My room is not better than this one.» Claudia Müller schmunzelt.

Die Notebooks bleiben offen auf den Tischen stehen und werden ganz selbstverständlich in den Unterricht integriert. Der Umgang damit ist unaufgeregt und routiniert; sie gehören zur Ausstattung der Pulte wie wohl einst Füllfeder und Tintenfass. Genau das ist das Ziel von «Reach Out»: Das Zusammenspiel von Print und Digital soll intuitiv, harmonisch und einleuchtend sein – die Medienwahl soll keine Hürde darstellen. Wo Digitales und Analogesden grössten Nutzen haben, wird in der Erprobung intensiv getestet. Nicht nur in Dietikon, sondern auch in anderen Klassen in der Deutschschweiz.

Gruppenarbeit mit gedruckten Materialien

Nun ist es Zeit für eine weitere analoge Übung, dieses Mal nicht mithilfe von «Reach Out». Vorab haben die Schülerinnen und Schüler Fotos ihrer eigenen Zimmer an Claudia Müller geschickt; sie hat diese im A4-Format ausgedruckt. Jeweils vier Jugendliche beugen sich über eine Bilderserie und sprechen über die Fragen, die Claudia Müller zuvor an die Wandtafel geschrieben hat.

«Ich hätte die Fotos auch digital zeigen können», erklärt die Lehrerin später. «Doch für die Gruppenarbeit fand ich die Printversion passender. Man kann sich besser austauschen, als wenn alle in einen kleinen Bildschirm schauen müssen.» Nach der Gruppenarbeit hängen einige Schülerinnen und Schüler die Bilder mit Magneten an die Wandtafel. Die ganze Klasse spricht darüber, was zu sehen ist und was ihnen an den einzelnen Zimmern gefällt. Negative Kommentare schliesst Claudia Müller von Beginn an aus und alle halten sich vorbildlich an diese Vorgabe. Für viel Spass sorgt das Raten, welches Zimmer wem gehört. Meist liegen die Jugendlichen richtig.

Digitale Selbstverständlichkeit

Für die Schülerinnen und Schüler ist die Arbeit mit digitalen Geräten selbstverständlich; sie sind damit aufgewachsen. Claudia Müller hingegen war zu Beginn ihrer Laufbahn vor 15 Jahren noch eher skeptisch gegenüber digitalen Ressourcen im Unterricht. Mittlerweile ist sie überzeugt, dass eine kluge Kombination von digitalen und analogen Elementen den Unterricht belebt. Eine Einschätzung, die die aktuelle Forschung bestätigt. Und mit «Reach Out» entsteht ein Lehrmittel, das genau diesem Ansatz gerecht wird: Die Stärken der analogen und digitalen Welt werden gezielt kombiniert und dort eingesetzt, wo sie den grössten Nutzen bringen.

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