Lebhafter Unterricht mit Mathematik Primarstufe

Einsatz von Mathematik 1 bis 6 in der Praxis

Lebhafter Unterricht mit Mathematik Primarstufe

Mai 2016: Mit Mathematik 6 Primarstufe ist die Lehrmittelreihe Mathematik Primarstufe komplett. Wie das Lehrmittel in der Praxis eingesetzt wird, zeigen zwei Schulbesuche bei einer 1. Klasse in Stein und einer 5. Klasse in Zürich-Schwamendingen.

Die Mathematikstunde in der ländlichen Gemeinde Stein AR beginnt mit einem sogenannten «Karussellgespräch»: Die 13 Erstklässlerinnen und Erstklässler sitzen sich in einem Kreis paarweise gegenüber. Die Kinder im Innenkreis erklären ihrer Partnerin oder ihrem Partner ein vorgegebenes, bereits behandeltes Thema, das ihnen die Klassenlehrerin auf einem Kärtchen aushändigt. Mit eigenen Worten schildern sie, was die Tauschrechnung bedeutet, wie sie Zahlen halbieren oder woran sie geometrische Formen erkennen. Nach einiger Zeit rotieren die Kinder, die im Aussenkreis sitzen, im Uhrzeigersinn zum nächsten Platz und hören den Schilderungen eines neuen Gegenübers zu. Sobald die erste Runde beendet ist, werden die Plätze von Innen- und Aussenkreis gewechselt – so soll sich jedes Kind sowohl der Aufgabe des Beschreibens und Erläuterns als auch des Zuhörens und Verstehens widmen. «Dieses sich gegenseitige Erklären von Mathematik ist eine der zahlreichen Möglichkeiten für kooperatives Lernen, das mit dem neuen Lehrmittel Mathematik Primarstufe stark gefördert wird», sagt die Klassenlehrerin Blanca Schadegg. «Durch den Austausch verstärken die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen. Sie lernen auf diese Weise voneinander und für sich selber. Denn wenn man etwas erklären kann, hat man es auch verstanden.» Zudem gäben kooperative Lernformen auch weniger begabten Kindern die Möglichkeit, sich mutig an ein Thema heranzutasten.

Mit Strategien zur Lösung

Die erfahrene Lehrerin, die seit vielen Jahren unterrichtet, arbeitet seit dem Schuljahr 2014/2015 mit Mathematik Primarstufe und orientiert ihren Unterricht stark am Lehrmittel. «Ich habe ein enorm sicheres Gefühl beim Vermitteln der Mathematik», betont sie. Das Lehrmittel sei klar aufgebaut, setze auf wichtige Zusammenhänge und biete den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zum Mitdenken und zum Erkennen von mathematischen Gesetzen und Regelmässigkeiten. Das Lehrmittel baut zudem stark auf der Zahlenraumorientierung auf. Sie schildert dies am Beispiel des Themas «Nachbarzahlen», das sie im Unterricht gerade behandelt: «Die Schülerinnen und Schüler zählen nicht mit den Fingern und sie lernen die Zahlenreihen nicht auswendig, sondern ordnen die Zahlen ein: Welche Zahl kommt vor der 5? Welche steht zwischen der 6 und der 8? Welche folgt nach der 3? Zusätzlich kann ich den Kindern Strategien vermitteln, die beim Rechnen sehr nützlich sind», sagt sie. Mit solchen Strategien fänden die Schülerinnen und Schüler in der Regel immer einen Weg, um die Aufgaben zu lösen. Die Kinder arbeiten mit wenigen Hilfsmitteln wie etwa dem Punktefeld oder der Hundertertafel. Durch den oftmaligen Einsatz sind ihnen diese vertraut. Sie setzen sie oft auch selbstbestimmt ein: «Es sitzt kaum mehr jemand vor einer Rechnung und weiss nicht weiter.»

Unterstützung für den Unterricht

Den Kindern macht der Unterricht, bei dem sich Aufgaben im Plenum, zu zweit oder im Einzelstudium ablösen, offensichtlich Spass. Zuweilen scheinen sie gar nicht zu merken, wie vertieft sie sich bereits mit einer Mathematikaufgabe befasst haben. «Wir haben das schon zweimal gespielt», sagt Nico nach einer Aufgabe im Zweierteam zur Lehrerin. Das Spielerische wird geweckt, obwohl die Arbeitshefte schlicht gestaltet sind. «Es erlaubt die notwendige Konzentration auf die Zahlen», sagt Blanca Schadegg. Das Lehrmittel Mathematik Primarstufe biete auch wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung des Unterrichts. «Ich arbeite in der Regel mit der Themenabfolge, wie sie in der Jahresplanung im Handbuch vorgeschlagen ist. Das Handbuch mit ausgearbeiteten Unterrichtsvorschlägen pro Thema ist kompakt und enthält die wichtigsten Informationen.»

Übersichtliche Portionen

Auch in der 5. Klasse der Primarschule Hirzenbach in Zürich-Schwamendingen bildet das Lehrmittel Mathematik 5 Primarstufe eine wichtige Grundlage für den Unterricht. Zu jedem Mathematikthema, das im Unterricht behandelt wird, erhalten die Schülerinnen und Schüler eine von der Lehrerin zusammengestellte Dokumentation, die unter anderem Arbeitsblätter aus dem Lehrmittel Mathematik 5 Primarstufe enthält. «Ich stelle diese Sammlung an Aufgaben immer selber zusammen», erklärt die Klassenlehrerin Ivy Rentsch. «Auf diese Weise kann ich bestimmte Themen vertiefen oder auch in Zwischenschritten erklären. Dies handhabe ich schon seit zehn Jahren so.» An Mathematik Primarstufe schätze sie insbesondere, dass das Lehrmittel klar strukturiert und die Arbeit mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden möglich ist. «Dies ist für den Unterricht in meiner sehr heterogenen Klasse zentral», erklärt sie. Zudem sei es begrüssenswert, dass das Lehrmittel für eine gewisse Zeit beim gleichen Thema bleibt und dieses in übersichtliche Portionen teilt. «So wissen meine Schülerinnen und Schüler stets, an welchem Thema wir gerade arbeiten», erklärt sie. Aktuell sind es die Brüche. Auch dem Praxisbezug misst Ivy Rentsch eine hohe Bedeutung zu. «Stellt euch vor, ihr seid im Glattzentrum, und dort steht: Heute alles zum halben Preis. Wie viel ist die Hälfte von ein Franken neunzig?», fragt sie in die Klasse. Viele Hände schnellen hoch.

Das Lehrmittel des eigenen Primarlehrers

«Das Mathematikwissen, das wir den Kindern in der Primarschule vermitteln, ist eine wertvolle Grundlage für später. Wer diesen Stoff begriffen hat, ist im Leben draussen schon gut bedient», sagt Ivy Rentsch. Sie selber wurde nicht nur an der Pädagogischen Hochschule von Bernhard Keller, dem Projektleiter Inhalt von Mathematik Primarstufe, ausgebildet, sondern bereits in der Primarschule von ihm unterrichtet. «Als ich das Impressum des Lehrmittels gesehen und seinen Namen gelesen habe, freute mich das riesig. Der Unterricht von Bernhard Keller war schon vor 20 Jahren vorbildlich: gut portioniert und nach Themen gegliedert, wie auch das neue Lehrmittel zeigt», erklärt die heutige Primarlehrerin. «Zudem wusste er bei jedem Kind genau, auf welchem Niveau es stand. Das hat mich schon als Mädchen beeindruckt – wohl so sehr, dass ich die Ausbildung zur Primarlehrerin begann.»

Vom Taugenichts zur Legende

Wo ihre Schülerinnen und Schüler stehen, weiss auch Ivy Rentsch – dank wöchentlichen Prüfungen und zahlreichen Aufgaben im Unterricht. Als Grundlage zur Überprüfung der Kompetenzen nutzt sie wiederum Mathematik 5 Primarstufe. Auf der Tafel ist eine Treppe mit vier Stufen gezeichnet. Je nachdem, wie viele Aufgaben die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler in einer gewissen Zeitspanne richtig gelöst haben, avancieren sie vom Taugenichts über den Amateur, den Durchschnittsbürger und den Profi schliesslich bis zur Legende. Der spielerische Klassenwettbewerb bringt Bewegung in den Unterricht und unterstützt ein wichtiges Ziel von Ivy Rentsch: «Die Kinder sollen wissen, wo sie stehen und sich individuelle Lernziele setzen können.» So fordert die Lehrerin die Schülerinnen und Schüler in einer nächsten Aufgabe dazu auf, anzugeben, wie viele Aufgaben sie in der kommenden Viertelstunde lösen werden. Nach der abgelaufenen Zeitspanne sollen die Kinder sagen, ob sie ihr individuell gesetztes Ziel erreicht haben und wenn nein, weshalb nicht. «Dadurch lernen sie, Eigenverantwortung zu übernehmen. Etwas, das für das spätere Leben lohnend und sehr wichtig ist.»