Integration von BNE in ein Lehrmittel am Praxisbeispiel «Weltsicht»

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November 2016: Mobilität, Klimawandel, Ressourcen und Raumknappheit – mit solchen gewichtigen Themen beziehungsweise Veränderungen unseres Lebensraumes sind wir heute konfrontiert.

Das Ziel von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist es unter anderem, das kritische Nachdenken über diese grossen Zusammenhänge anzuregen und dabei auch das Schulfeld miteinzubeziehen. Wie die Integration von BNE in ein neues Lehrmittel geschieht, zeigt das folgende Praxisbeispiel anhand des neuen Geografielehrmittels «Weltsicht».

Im Lehrplan 21 erscheint Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) nicht als eigener Fachbereich, sondern als Leitidee, die fächerübergreifende Themen umfasst. Das heisst, dass Themen wie «Wirtschaft und Konsum», «Gesundheit» oder «Natürliche Umwelt und Ressourcen» nicht isoliert behandelt werden, sondern in die einzelnen Fachbereiche hineinwirken sollen. Wie verläuft die Integration dieser Themen nun konkret bei der Entwicklung eines neuen Lehrmittels? Beim neuen Geografielehrmittel «Weltsicht» wurden die Anliegen von BNE in verschiedenen Phasen der Entwicklung mitgedacht. In der Konzeptphase war es sowohl bei der Themenauswahl als auch bei der Feinplanung der Kapitel wichtig, die im Lehrplan 21 vorgeschlagenen Bezüge zu BNE auszuweisen. So werden Aspekte wie «Rohstoffe und Energie» oder «Produktion, Konsum und Handel» in eigenen Kapiteln behandelt. Auch bei der Ausarbeitung der Themenseiten war der Bezug zu BNE zentral: Im Thema «Unterwegs sein» wird beispielsweise die eigene Mobilität im Alltag hinterfragt, beziehungsweise es werden Ferienmöglichkeiten hinsichtlich der Nachhaltigkeit reflektiert. Das Kapitel «Raumplanung in der Schweiz» behandelt im ganzen Kapitel den haushälterischen Umgang mit immer weniger Platz und die Problematik der Zersiedlung. Auch werden den Schülerinnen und Schülern die raumplanerischen Schattenseiten grosser Sportereignisse wie den Olympischen Spielen aufgezeigt: Wenn nämlich Stadien für diesen einen Anlass gebaut werden und danach brachliegen.

Integration von BNE wird laufend überprüft

Bei der Entwicklung von «Weltsicht» wird sorgfältig darauf geachtet, dass die Anliegen von BNE bei jedem sich anbietenden Thema, aber ohne erhobenen Zeigefinger integriert werden. Dies geschieht fortlaufend in Diskussionen über die entstehenden Kapitel. Ausserdem wird vor der Manuskriptabgabe noch einmal anhand einer internen Checkliste kontrolliert, ob die Leitidee der nachhaltigen Entwicklung (sowie andere fächerübergreifende Kompetenzen) ausreichend berücksichtigt wurden. Schliesslich wird bei der Erprobung des Lehrmittels durch Fachleute und Lehrpersonen gezielt noch einmal nach der Abdeckung von BNE gefragt. Ziel der Integration von BNE ist es, die Lernenden mit einer politisch bedeutsamen normativen Setzung vertraut zu machen, ohne die heute keine Diskussion zu gesellschaftlich relevanten Themen stattfindet. So lernen sie, dass das Anliegen sie direkt etwas angeht.