Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im Schulalltag

Lernen mit Computer, Tablet und Co.

Digitale Lehrmittel

Mai 2016: Die Digitalisierung schreitet mit grossen Schritten voran – und macht auch vor dem Schulzimmer nicht Halt. Der Lehrmittelverlag Zürich nutzt diese Entwicklung als Chance.

Digitale Lehrmittel von didaktisch und technisch hoher Qualität bieten praxistaugliche Lösungen für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrpersonen. Das neue User- und Lizenzmanagementsystem ermöglicht die einfache Distribution, Administration und Nutzung des digitalen Angebots. Durch die enge Zusammenarbeit mit Lehrpersonen, Schulleitungen, ICT-Verantwortlichen und Materialverwaltern werden Themen wie Benutzerfreundlichkeit und Zugriffsverwaltung direkt adressiert und entsprechend umgesetzt.

Der Digitalisierungsfortschritt in der Schweiz gilt als treibende Kraft für Innovation in Wirtschaft und Gesellschaft. Auch die heutige Schulwelt ist von dieser Entwicklung geprägt, weshalb die Digitalisierung im Lehrmittelverlag Zürich einen zentralen Bestandteil der Produktentwicklung und der konzeptionellen Überlegungen darstellt. «Die Digitalisierung ist eine gesellschaftliche Entwicklung. Sie gehört zu unserem Alltag. Aus diesem Grund verlangen auch die Schulen immer mehr nach digitalen Angeboten», erklärt Nicolas Brandenberg, Leiter der seit dem Jahr 2013 bestehenden Abteilung «Digitale Medien» des Verlags. Aktuell arbeitet der Lehrmittelverlag Zürich an zwei umfangreichen Digitalisierungsprojekten, die dasselbe Ziel verfolgen: den Einsatz von digitalen Lehrmitteln für Schulen so einfach wie möglich zu gestalten. Das erste Projekt ist die Entwicklung von digitalen Lehrmitteln, die durch ihre didaktische und technische Qualität im Schulalltag einen Mehrwert bieten. Das zweite Projekt betrifft die Realisierung eines User- und Lizenzmanagementsystems, das Schulen sowie Privatpersonen eine möglichst einfache Nutzung und Verwaltung der digitalen Lehrmittel ermöglichen soll.

Wertvolle Inputs aus Begleitgruppen

Bereits weit fortgeschritten ist das Projekt «Digitalisierung Mathematik». Es handelt sich dabei um einen mehrmonatigen Entwicklungsprozess, der die digitale Adaption des Themenbuchs und des Handbuchs von Mathematik Sekundarstufe 1 umfasst. Der intensive Austausch mit einer Begleitgruppe, bestehend aus elf Lehrpersonen aus verschiedenen Kantonen, lieferte wertvolle Anregungen aus der Praxis, die in die Digitalisierung der Produkte einfliessen. «Wir verdanken es insbesondere der Zusammenarbeit mit der Begleitgruppe, dass jetzt eine digitale Version vorliegt, die die Lehrperson im Unterricht optimal unterstützt», betont Nicolas Brandenberg. So sei aus den Diskussionen mit den Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis zum Beispiel hervorgegangen, wie wichtig eine Notizfunktion oder ein Präsentationsmodus sei. Letzterer erlaubt es, die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf die zentralen Elemente zu lenken, während Navigationselemente und Links in den Hintergrund gerückt werden. Edi Schlotterbeck, Sekundarlehrer im Schulhaus Fuhr in Wädenswil, ist ein Vertreter dieser Begleitgruppe. Er resümiert: «Ich empfand die Arbeit in der Begleitgruppe als angenehm und produktiv. Wir diskutierten sehr kooperativ und waren darauf bedacht, unseren Schülerinnen und Schülern das Lernen zu erleichtern – und nicht nur an unsere eigenen Bedürfnisse zu denken.»

Vielfältige Möglichkeiten dank digitalen Lehrmitteln

Eine der grössten Herausforderungen bei der Entwicklung digitaler Lehrmittel ist gemäss Brandenberg die Heterogenität, die bezüglich der Ausstattung mit Geräten und Betriebssystemen in den Schulen vorherrsche. Aus diesem Grund hat sich der Lehrmittelverlag Zürich für eine webbasierte Lö- sung entschieden, die plattformunabhängig auf jedem Gerät funktioniert. «Dank dem Responsive Design, das sich an die verschiedenen Bildschirmgrössen automatisch anpasst, ist die Schrift jederzeit gut lesbar», erklärt Brandenberg. So sind die digitalen Lehrmittel auf stationären Computern ebenso einsetzbar wie auf Tablets oder Smartphones. Dass das neue digitale Lehrmittel weit mehr ist als ein PDF der gedruckten Version, zeigen zahlreiche wertvolle Zusatzfunktionen. So besteht etwa die Möglichkeit, Bilder heranzuzoomen oder eingebundene Kopiervorlagen per Klick anzuwählen. Via Link kann auf den riesigen Fundus an Trainingsaufgaben und Simulationen zugegriffen werden, die auf der bereits bestehenden Webplattform erhältlich sind. Das erste digitalisierte Lehrmittel Mathematik Sekundarstufe I wird auf das Schuljahr 2016 /2017 eingeführt. Ebenfalls in Arbeit sind die digitalen Versionen von Textiles und Technisches Gestalten und von dis donc!. dis donc! soll 2017 erscheinen, Textiles und Technisches Gestalten und NaTech Sekundarstufe I sind ab 2019 vorgesehen.

Digitales Büchergestell für die einfache Lehrmittel-Verwaltung

Aufgrund der digitalen Entwicklung bei den Lehrmitteln ist ein User- und Lizenzmanagementsystem für die Schulen notwendig. Diese Anwendung erlaubt eine einfache Distribution, Administration und Nutzung der vom Lehrmittelverlag angebotenen digitalen Lehrmittel. Eines der wichtigsten Ziele bei der Entwicklung: Die Lösung ist intuitiv zu bedienen und verursacht in den Schulen möglichst wenig Aufwand. Auch bei diesem Projekt arbeitete der Lehrmittelverlag Zürich eng mit einer Begleitgruppe zusammen, die sich unter anderem aus Lehrpersonen und Mitgliedern von Schulleitungen zusammensetzte.

Praxistauglichkeit eingehend geprüft

Die Erwartungen der Praxisvertreterinnen und -vertreter wurden in einem schriftlichen Fragebogen abgeholt und anschliessend in einem dreitägigen Workshop unter der Leitung von Ernst Gfeller, Projektleiter «Digitales Geschäftsmodell», diskutiert. «Ein User- und Lizenzmanagementsystem, das den verschiedenen Anforderungen von unserer Seite und von Seite der Schulen entsprechen muss, gibt es nicht ab Stange zu kaufen. Deshalb haben wir die Entwicklung eines neuen Systems initiiert», erklärt Gfeller. Der Grund dafür sei, dass Schulen spezifische Anliegen haben, die massgeschneiderte Lösungen brauchten. Diskussionen im Schulfeld sind deshalb essenziell, um die Praxistauglich keit des Systems zu gewährleisten. David Sigos ist Teilnehmer der Begleitgruppe «Digitales Geschäftsmodell». Der Schulleiter der Primarstufe Eglisau betont: «Es ist wichtig, dass die Lösung technisch klar wird und in den Schulen möglichst wenige Ressourcen benötigt. Diese Bedingungen werden hoffentlich mit dem erarbeiteten System des Lehrmittelverlags Zürich erfüllt.»

Unterstützung bei der Einführung

In einer nächsten Phase geht der Lehrmittelverlag Zürich an die Umset - zung der Lehrmittel. Das User- und Lizenzmanagementsystem soll ab dem Schuljahr 2016 /2017 zur Verfügung stehen. Die Schulen werden bei der Einführung des User- und Lizenzmanagementsystems und der Nutzung der digitalen Angebote vom Lehrmittelverlag Zürich unterstützt.